Tal der Schmetterlinge

Das Tal der Schmetterlinge, griechisch Petaloudes, ist ein schattiges, bewaldetes Bachtal im Nordwesten von Rhodos, rund 26 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt. Von etwa Juni bis September ruhen hier Tausende Spanische Flaggen an den Stämmen der Amberbäume. Ein Pfad mit Holzbrücken und kleinen Wasserfällen führt hinauf zum Kloster Kalopetra.

LageInselinneres im Nordwesten, zwischen Theologos und Psinthos, ca. 26 km von Rhodos-Stadt und ca. 10 km vom Flughafen
SchutzstatusTeil des Natura-2000-Gebiets GR4210006 (Profitis Ilias, Epta Piges, Petaloudes)
FalterSpanische Flagge (Euplagia quadripunctaria, auch Russischer Bär), ein nachtaktiver Bärenspinner
Beste ZeitMitte Juni bis Anfang September, am meisten Falter im Juli und August
Saison und Eintrittca. Mitte April bis 31. Oktober, täglich 8 bis 18 Uhr; ca. 3 Euro, Ende Juni bis Ende September ca. 6 Euro, Kinder unter 12 frei (Stand der Betreiberangaben, vor Ort prüfen)
Zeitbedarfca. 1,5 bis 2,5 Stunden inklusive Aufstieg zum Kloster

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Was ist das Tal der Schmetterlinge?

Das Tal der Schmetterlinge ist ein rund 60 Hektar großes Naturschutzgebiet in einer engen Schlucht im Nordwesten der Insel, durch die der Bach Pelekanos fließt. Bekannt ist es für die Falter, die sich hier jeden Sommer zu Tausenden sammeln. Auf Griechisch heißt es Petaloudes, also schlicht „Schmetterlinge“, international ist auch der Name Butterfly Valley verbreitet.

Wer aus der kargen, sonnenverbrannten Landschaft der Umgebung in das Tal hinabsteigt, merkt den Unterschied sofort. Hohe Laubbäume schließen sich über dem Bach zu einem dichten Dach, das Wasser rauscht über kleine Kaskaden und sammelt sich in Teichen, und es ist spürbar kühler und feuchter als draußen. Dieses Mikroklima ist der eigentliche Grund, warum das Tal so besonders ist. Es wirkt wie eine grüne Insel auf der Insel.

Das Gebiet gehört zum großen Natura-2000-Schutzgebiet, das auch den Berg Profitis Ilias und die Sieben Quellen umfasst. In der griechischen Biotop-Datenbank werden neben den Faltern unter anderem seltene Pflanzen wie eine endemische Pfingstrosen-Unterart, Damwild und mehrere Fledermausarten für das Gesamtgebiet genannt. Im Tal selbst begegnen Sie mit etwas Glück Eidechsen, kleinen Schildkröten und Süßwasserkrabben am Bachufer.

Tal der Schmetterlinge

Petaloudes, das Tal der Schmetterlinge
photo credit: Fiore S. Barbato

Den heutigen Namen trägt das Tal erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts, als die Massenansammlung der Falter allgemein bekannt wurde. Seitdem gehört es zu den meistbesuchten Ausflugszielen von Rhodos. Einen Überblick über weitere Ziele finden Sie bei unseren Sehenswürdigkeiten auf Rhodos.

Welche Falter leben in Petaloudes und warum gerade hier?

Die „Schmetterlinge“ von Petaloudes sind genau genommen Nachtfalter: Es handelt sich um die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria, früher Panaxia quadripunctaria), einen Bärenspinner, der auch als Russischer Bär bekannt ist. Auf Rhodos lebt eine eigene Unterart, die als rhodosensis beschrieben wird.

In Ruhe sind die Tiere gut getarnt. Die Vorderflügel sind dunkelbraun mit cremeweißen Streifen, sodass ein Schwarm auf Rinde oder Felsen kaum auffällt. Erst wenn ein Falter auffliegt, leuchten die roten Hinterflügel mit den vier schwarzen Punkten auf, denen die Art ihren wissenschaftlichen Namen verdankt.

Angezogen werden die Falter vom Orientalischen Amberbaum (Liquidambar orientalis), auf Griechisch Zitia genannt. Sein Harz verströmt einen süßlichen, an Vanille erinnernden Duft. Zusammen mit dem feuchten, schattigen Klima am Bach macht er das Tal zum idealen Sommerquartier. Der Amberbaum ist ein ostmediterraner Baum mit kleinem Verbreitungsgebiet, das vor allem im Südwesten der Türkei liegt. Nach Angaben der griechischen Biotop-Datenbank ist Rhodos das einzige Vorkommen innerhalb der EU.

Der Jahreszyklus der Falter erklärt, warum ihr Wohlergehen so empfindlich ist. Laut der Talverwaltung kommen sie ab Mai beziehungsweise Juni als fertige Falter ins Tal, ruhen dort tagsüber und sind vor allem nachts aktiv. Sie zehren in dieser Zeit weitgehend von ihren Energiereserven. Ende August und Anfang September paaren sie sich, danach verlassen die Weibchen das Tal, um ihre Eier in der Umgebung abzulegen. Die nächste Generation wächst außerhalb des Tals heran und kehrt im folgenden Frühsommer zurück.

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch?

Die meisten Falter sehen Sie von Mitte Juni bis Anfang September, mit dem Höhepunkt im Juli und August. Im Frühling und im Oktober ist das Tal zwar geöffnet und landschaftlich reizvoll, die Falter sind dann aber kaum oder gar nicht zu sehen.

Diese Zeitangabe ist wichtig, weil viele Urlauber im Mai oder im Herbst enttäuscht zurückkommen. Wer die Falter erleben möchte, sollte den Ausflug also in die Sommermonate legen. Ein Trost für alle anderen: Auch ohne Falter ist das grüne, kühle Tal mit seinen Wasserfällen ein angenehmes Ziel, gerade an heißen Tagen.

Innerhalb eines Tages lohnt der frühe Morgen. Die ersten Besucher kommen ab 8 Uhr, die Reisebusse meist ab dem späten Vormittag. Auch der späte Nachmittag ist ruhiger. Zu beiden Tageszeiten ist es außerdem angenehmer für den Aufstieg. Wie heiß es im Sommer im Inselinneren werden kann, lesen Sie auf unserer Seite zu Klima und Wetter auf Rhodos.

Wie verhalten Sie sich im Tal richtig?

Bleiben Sie auf den Wegen, seien Sie leise und schrecken Sie die Falter nicht auf: kein Klatschen, kein Pfeifen, kein Rufen und kein Rütteln an Ästen. Jedes unnötige Auffliegen kostet die Tiere Energie, die ihnen später für Paarung und Abflug fehlt.

Genau darin liegt das größte Problem des Tals. Früher war es üblich, durch Händeklatschen ganze Schwärme aufzuscheuchen, um das rote Farbenspiel zu sehen. Der Bestand der Falter ist seit den 1980er-Jahren deutlich zurückgegangen, und sowohl die Talverwaltung als auch die griechische Biotop-Datenbank nennen den wachsenden Besucherdruck als einen der Gründe. Heute weisen Schilder und Aufseher auf die Regeln hin.

Russischer Bär

Russischer Bär in Petaloudes
photo credit: Fiore S. Barbato

Für Ihren Besuch gelten einige einfache Regeln:

  • Auf den markierten Pfaden bleiben, auch zum Schutz der seltenen Pflanzen am Ufer.
  • Leise sprechen, nicht klatschen oder pfeifen, keine lauten Lautsprecher.
  • Falter nicht anfassen; setzt sich einer auf Sie, warten Sie ruhig, bis er weiterfliegt.
  • Nicht rauchen und keinen Müll hinterlassen, die Waldbrandgefahr ist im Sommer hoch.
  • Den Anweisungen der Aufseher folgen.

Fotografieren ist erlaubt, ein Blitz ist bei Nachtfaltern im Ruhezustand allerdings unnötig störend. Mit etwas Geduld entdecken Sie die getarnten Tiere auch ohne Hilfsmittel an Stämmen und Felswänden.

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Wie verläuft der Weg hinauf zum Kloster Kalopetra?

Der Hauptweg beginnt am unteren, nördlichen Eingang und steigt auf etwa 1,3 Kilometern von rund 150 auf rund 370 Meter Höhe bis zum Kloster Panagia Kalopetra an. Für Hin- und Rückweg mit Pausen sollten Sie etwa anderthalb bis zweieinhalb Stunden einplanen.

Am unteren Eingang steht das Museum für Naturgeschichte. Es zeigt die Tier- und Pflanzenwelt der Umgebung, darunter endemische und seltene Arten, und ist nach Angaben mehrerer Reiseführer im Eintrittspreis enthalten. Ein kurzer Besuch vorab hilft, die Falter und den Amberbaum später im Tal zu erkennen.

Der Pfad selbst folgt dem Bach durch die Schlucht. Er führt über Natursteinstufen, Holzstege und kleine Brücken, vorbei an Wasserfällen und Teichen. Insgesamt gibt es mehrere Zugänge zum Tal, an denen jeweils Eintritt erhoben wird und teils kleine Cafés zu einer Rast einladen. So können Sie den Weg auch abschnittsweise gehen. Festes Schuhwerk ist wichtig, denn die Stufen sind teils steil, uneben und nach Regen rutschig. Für Rollstühle und Kinderwagen ist das Tal laut Betreiber wegen des Geländes nicht geeignet.

Oben angekommen erwartet Sie das kleine, gepflegte Kloster Kalopetra an einem mit Kiefern bewachsenen Hang. Der Überlieferung nach ließ es Alexandros Ypsilantis, ein griechischer Fürst der Walachei, im Jahr 1782 errichten. Er soll gelobt haben, der Gottesmutter eine Kirche zu bauen, falls er einen Seesturm übersteht. Eine Inschrift an der Außenmauer erinnert an die Stiftung. Von der Terrasse blicken Sie weit über den Norden der Insel bis zur Küste. Wer noch mehr Strecke gehen möchte, findet Anregungen in unserem Beitrag über die schönsten Wanderwege auf Rhodos.

Was kostet der Eintritt und wann ist geöffnet?

Nach den zuletzt veröffentlichten Angaben des Betreibers ist das Tal ab etwa Mitte April bis zum 31. Oktober täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt in der Vor- und Nachsaison ca. 3 Euro und in der Faltersaison von Ende Juni bis Ende September ca. 6 Euro; Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt.

Diese Werte stammen von der offiziellen Website des Tals und werden von aktuellen Reiseführern bestätigt, die genauen Stichtage können sich aber von Jahr zu Jahr leicht verschieben. Prüfen Sie Zeiten und Preise deshalb kurz vor dem Besuch auf der offiziellen Website des Tals der Schmetterlinge. Von November bis zum Beginn der neuen Saison im Frühjahr bleibt das Tal geschlossen.

Parkplätze gibt es an den Eingängen, zur Mittagszeit in der Hochsaison sind sie aber oft voll. Bringen Sie Wasser, Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung mit. Im Tal selbst ist es zwar schattig, auf dem Weg dorthin und beim Warten am Auto jedoch nicht. Hintergründe zum Schutzgebiet bietet der Natura-2000-Steckbrief der Europäischen Umweltagentur.

Wie kommen Sie hin und was lässt sich kombinieren?

Am bequemsten erreichen Sie das Tal mit dem Mietwagen: Von der Westküste zweigt bei Theologos eine Straße ins Landesinnere ab, von der Ostküste fahren Sie über Kalithies und Psinthos. Organisierte Ausflüge sind in vielen Inseltouren enthalten, Linienbusse fahren dagegen nur selten.

Von Rhodos-Stadt und vom Flughafen folgen Sie zunächst der Westküstenstraße Richtung Süden bis in die Gegend von Theologos und biegen dann landeinwärts ab. Die Strecke ist gut ausgeschildert. Wer an der Ostküste wohnt, etwa in Faliraki, nimmt die Route durch das Inselinnere über Kalithies und das Bergdorf Psinthos. Sie ist kurvig, aber landschaftlich besonders reizvoll. Tipps zur Fahrzeugmiete finden Sie auf unserer Seite Mietwagen auf Rhodos.

Das Tal lässt sich gut mit anderen Zielen verbinden. Zwischen Tal und Westküste liegt das Dorf Theologos, das sich für einen Abstecher ans Meer anbietet. Auf dem Rückweg zur Ostküste bietet sich eine Pause auf dem großen Dorfplatz von Psinthos an, wo Tavernen unter alten Platanen frisches Quellwasser und Gegrilltes servieren. Wer einen ganzen Tag einplant, kann den Besuch auch mit einer Fahrt zu den antiken Stätten der Westküste verbinden. Eine passende Unterkunft für Ihre Tour finden Sie unter Hotels auf Rhodos.

Häufige Fragen zum Tal der Schmetterlinge

Sind im Tal der Schmetterlinge das ganze Jahr Falter zu sehen?

Nein. Die Spanischen Flaggen halten sich etwa von Mitte Juni bis Anfang September im Tal auf, am zahlreichsten im Juli und August. Im Frühjahr und Oktober ist das Tal geöffnet, die Falter fehlen dann aber weitgehend.

Sind die Schmetterlinge echte Schmetterlinge?

Im weiteren Sinne ja, genauer sind es Nachtfalter aus der Gruppe der Bärenspinner. Tagsüber ruhen sie gut getarnt an Bäumen und Felsen, aktiv werden sie vor allem nachts.

Wie lange dauert der Besuch?

Für den Weg vom unteren Eingang bis zum Kloster Kalopetra und zurück sollten Sie etwa 1,5 bis 2,5 Stunden einplanen. Wer nur den unteren Abschnitt geht, ist schneller fertig.

Ist das Tal für Kinder geeignet?

Für Kinder, die gut zu Fuß sind, ist das Tal ein spannendes Ziel, und unter 12 Jahren ist der Eintritt frei. Kinderwagen sind wegen der vielen Stufen ungeeignet, eine Trage ist die bessere Wahl.

Was ist mit dem Ort Petaloudes gemeint?

Petaloudes ist sowohl der griechische Name des Tals als auch der Name des Gemeindebezirks im Nordwesten der Insel, zu dem unter anderem Kremasti, Paradisi und Theologos gehören. Für Urlauber meint der Name in der Regel das Tal der Schmetterlinge.